Abflug-Blog

Anna-Lena, Schüleraustausch USA

Von Jetlag, Abschiedstränen und Waffelautomaten: EUROVACANCES- Flugbegleiterin Anna-Lena berichtet über die ersten Stunden der Austauschüler, vom Flug in die USA bis zur Orientation in Chicago.



zum SeitenanfangFreitag, 14. August

Freitagmorgen 4.00 Uhr, der Wecker klingelt. Endlich ist es soweit! Heute ist der Tag, an dem ich 34 Schüler in die USA begleiten werde. Vor sechs Jahren war ich in der gleichen Situation. Ich saß aufgeregt auf meinen gepackten Koffern und wartete, dass es endlich los ging – mein Austauschjahr. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich mich damals gefühlt habe ;-)

Auf dem Zubringerflug von Hamburg nach Düsseldorf treffe ich schon die ersten meiner Schützlinge: total aufgeregte Austauschschüler, die nun die nächsten 10 Monate in einer Gastfamilie in den USA verbringen werden. Einige Gesichter etwas verweint von der traurigen Abschiedsszene, andere voller Erwartung, steigen wir um 8.00 Uhr in das Flugzeug: Mit ein paar Minuten Verspätung heben wir dann endlich ab in Richtung Düsseldorf. Dort angekommen platziere ich mich am verabredeten Treffpunkt direkt vor dem Gate, von welchem wir mit dem Flieger nach Chicago fliegen. Ich bin schon ganz gespannt auf meine Schüler. Ob sie auch alle rechtzeitig ankommen und mich finden? So nach und nach trudeln alle ein und als sich endlich auch der letzte bei mir anmeldet, geht es auch schon fast los. Erste Hürde erfolgreich geschafft!

Am Flughafen, Schüleraustausch USA Kurz vor Boarding bereite ich die Jungs und Mädels auf den weiteren Ablauf vor – damit auch ja alles glatt geht. Obwohl einige der Schüler, so wie auch ich, schon um 4 Uhr (oder sogar noch früher!) aufgestanden sind, wirken die meisten erstaunlicher Weise gar nicht müde. Alle sind viel zu aufgeregt! Noch kurz das letzte Telefonat mit der Freundin, einige Notizen gemacht, ein Abschiedsfoto und los geht‘s. Wir haben ca. 8 Stunden Flug vor uns. Es ist jetzt 11.35 Uhr. Chicago, wir kommen!

Der Flug verläuft sehr ruhig, Getränke, Snacks, irgendwann Mittagessen, erneut Getränke, dann auch schon wieder Abendbrot. Zwischendrin ein, zwei, oder sogar drei Filme geschaut, ein paar Minuten gedöst... Dann setzten wir schon zur Landung an. In Chicago ist es jetzt erst 13.35 Uhr! Puuh, die Immigration haben wir geschafft hat. Jetzt müssen wir nur noch den fehlenden Koffer melden. Es wäre auch zu schön, wenn alles glatt gehen würde! Die Fluggesellschaft verspricht sich umgehend darum zu kümmern und dann können wir endlich amerikanische Luft schnuppern. Gott, ist das heiß hier, Koffer schleppen, Schüleraustausch USA gefühlte 30°C. Am Ausgang wartet schon Sam, unser Reiseleiter von Explore America, um uns zu empfangen. Dann heißt es ab ins Hotel. Zum Abendessen kann es natürlich nur eins geben: Pizza! Nach einem aufregenden ersten Tag in den Staaten, der mit den wichtigsten Informationen von der Partnerorganisation Nacel Open Door endet, fallen wir alle todmüde um 9 pm ins Bett. Zu der Zeit ist es in Deutschland schließlich schon 4 Uhr morgens und einige von uns sind seit 24 Stunden auf den Beinen!

Yippieeh Yeah – endlich in Chicago!


zum SeitenanfangSamstag, 15. August

Frühstück, Schüleraustausch USA Guten Morgen! Trotz der großen Müdigkeit und Erschöpfung am Vorabend sind die ersten schon wieder wach und sitzen am Frühstückstisch. Daran schuld ist, ganz klar, der Jetlag. Heute morgen lautet das Motto: Entdecke die amerikanische Frühstückskultur. Während ich meinen Kaffee trinke, erzählen mir meine Mädels völlig begeistert von ihrer neuesten Entdeckung – dem Waffelautomaten: „Zuerst muss man aus so einer Maschine – sieht aus wie ein Saftautomat – den Teig in einen Becher abzapfen. Diesen gießt man dann in den Waffelautomaten, klappt ihn zu und dreht ihn um. Das hab ich echt noch nie gesehen… Dann kann man ihn erst wieder aufmachen, wenn er piept. Und schwupps ist die Waffel fertig.” So ähnlich verlaufen auch andere Gespräche am Frühstückstisch: „Hast du die Egg Patties gesehen? Die sehen ja sooo künstlich aus.” „Du musst unbedingt die Bagels probieren. Die sind total lecker. Die werde ich das ganze Jahr über essen.” Ja, ja, so wird ein Frühstück zu einem echten Abenteuer.

Skyline, Schüleraustausch USA Nach diesem ausgedehnten Frühstück geht es dann endlich in die City zum Sightseeing. Auf zur Bahn und rein ins Getümmel. Als wir an unserem ersten Stop aussteigen, werden sofort alle Fotoapparate herausgeholt und wie wild geknipst. Wolkenkratzer und Wasser – das ist also Chicago! Wir sollen heute noch eine Menge sehen: Millennium Park, Hudson River vom Wassertaxi aus, den Navy Pier, die Skyline von Chicago während einer Bootstour und eine spektakuläre Flugshow, da an diesem Tag zufällig die größte „Air and Water Show“ Amerikas hier in Chicago stattfindet.

Auch Shoppen steht auf dem Programm und als wir abends im Hard Rock Café sitzen, sehe ich so einige Abercrombie and Fitch oder Victoria‘s Secrets Taschen. Total zufrieden, satt und erschöpft, müssen wir feststellen, dass auch dieser Tag schneller verging, als wir wollten. Ist die Orientation wirklich schon vorbei? Anscheinend... Noch eine Nacht im Hotel und dann verteilen sich meine Schäfchen quer über die USA und fliegen zu ihren Gastfamilien.

HardRock Café, Schüleraustausch USA Abendessen, Schüleraustausch USA












zum SeitenanfangSonntag, 16. August

Noch einmal lecker zusammen gefrühstückt und dann geht es auch schon weiter. Am Flughafen dann gemischte Gefühle: Auf der einen Seite wären viele noch gerne länger in Chicago geblieben, denn „Chicago ist ja so aufregend”! Auf der anderen Seite freuen sich alle schon auf ihre Gastfamilie und sind ganz gespannt. „Ich hab schon so viel mit meiner Gastschwester gemailt. Nun will ich sie endlich in echt kennenlernen.” So oder ähnlich entlasse ich meine Schützlinge guten Gewissens in ihr Jahr als Austauschschüler. Sie werden ganz sicher eine Menge toller Erfahrungen machen, die sie nie wieder vergessen werden!

Eure Anna-Lena

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